Sieg über Kampf – BSV vs. Rotation 30 : 28

Ich weiß nicht was mit der Mannschaft nach dem Spandau-Spiel los war. Ich habe am Spiel wegen meines Urlaubs nicht teilnehmen können, aber das Spiel muss sich traumatisch auf die Mannschaft vom BSV ausgewirkt haben. Diese schien von einen auf den nächsten Tag an der seltenen Ball-Phobie oder Turnschuh-Klaustrophobie zu leiden. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass in den letzten vier Wochen nicht einmal Training zustande gekommen ist. Immerhin waren am Mittwoch vor den Spiel ein paar Leute (ich glaube 7 +TW) in der Halle, um sich an das ungewohnte Umfeld und das helle Licht zu gewöhnen. Aber erstmal genug davon ;).

Am Freitag, kurz vor dem Spiel, schien sich der Trend allerdings fortzusetzen. Während sich die Männer von Rotation geschlossen vor der Halle am Rüdesheimer Platz einfanden (gefühlte 30 Leute), zählte ich bei uns gerade vier Spieler und einen Trainer. Aber wider aller Erwartung konnte das Spiel pünktlich um 20:30 Uhr mit jeweils 7 Mann angepfiffen werden. Was dann passierte, war seltsam. Wir wurden, trotz des Trainingsrückstandes, nicht überrannt. Ganz im Gegenteil, wir gingen schnurstracks mit 3 : 0 in Führung. Tobi spielte immer wieder die eintrainierten Auslösehandlungen und konnte somit bravourös sich selbst oder auch Axel in Szene setzen. Axel war es auch, der in der Anfangsphase mit seinen riskant wirkenden Würfen und Pässen nach Außen der Mannschaft Selbstvertrauen gab.

Was vorne so ›gut‹ funktionierte, war hinten absoluter Mist! Die Abwehr stand schlecht und Rotation schaffte es, über den Kreis und den Rückraum zu leichten Toren zu kommen. Auch das Umstellen in der Abwehr brachte Andy nicht den gewünschten Erfolg. Hinzu kam, dass Loppa im Tor auch nicht seinen besten Tag hatte. Ihm ist allerdings keinerlei Vorwurf zu machen, wer von seiner Abwehr so sträflich im Stich gelassen wird, kann keine Wunder vollbringen. Vielen Dank an dieser Stelle an unsere Torhüter Loppa, der sich erstmal aus zeitlichen‑ und familiären Gründen (Zuwachs :)) vom aktiven Handball verabschiedet, und Scholli — aus der 2. Mannschaft. Die beiden ersetzten an diesem Tag unsere etatmäßigen Torhüter.

Das Spiel wurde zum offenen Schlagabtausch. Durch gutes Tempospiel schafften wir es zwar, den Vorsprung bis Mitte der ersten Halbzeit über 5 : 3, 7 : 4 und 10 : 7 zu halten. Rotation gab sich aber zu keinem Zeitpunkt auf. Verständlich, unsere Abwehr machte es ihnen leicht! So schafften sie es durch einen stärker werdenden Torhüter und weiterhin konzentriertes Angriffsspiel, den Vorsprung auszumerzen und beim Stand von 12 : 13 erstmals in Führung zu gehen. Andy nahm Timeout, was aber nur mäßige Besinnung brachte. Wir gingen nach hektischem hin und her mit 15 : 15 in die Halbzeitpause. Auf dem Weg in die Umkleide konnte ich tatsächlich von dem ein oder anderen den Satz »Wozu trainieren? Klappt doch auch so!« hören (Petze, Petze ging in Laden …).

Die Ansagen des Trainers in der Umkleide waren klar und deutlich. Wir sollten unsere Abläufe weiter spielen, weil die an diesem Tag gegen die Mannschaft vom Prenzelberg zu funktionieren schienen und weiter kämpfen. Er machte uns klar, dass wir die Punkte nur durch eine kämpferische und disziplinierte Leistung in eigener Halle lassen. In der Abwehr sollten wir noch mehr verschieben, übergeben und übernehmen.

Wieder in der Halle und ca. fünf Minuten später schien sich das einzustellen, was ich von unserer Mannschaft nur all zu gut kenne. Die Worte des Trainers werden in der Kabine immer einheitlich abgenickt, aber keiner scheint es wirklich zu verstehen. Wir gerieten schnell mit 18 : 15 in Rückstand. Zum Glück nicht lange, wir konnten uns wieder fangen und uns so das Unentschieden mit 18 : 18 zurückerkämpfen. Ein Lob an dieser Stelle an Norbert und Elmar, die hinten wie vorne ackerten und kämpften. Erfreulich war auch, dass wir endlich in der Abwehr schneller verschoben haben und somit die müde wirkenden Männer von Rotation in Schach halten konnten, um eine höhere Führung dieser zu verhindern.

Das Spiel war ausgeglichen und kleckerte Tor für Tor vor sich hin. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Erst beim Stand von 27 : 27 und 2 ½ Minuten vor Ende wurde es nochmal spannend. Rotation stellte auf offensive Manndeckung um und wir mussten uns die Lücken erlaufen. Ein Pass von Beule auf meine Wenigkeit brachte dann einen Sieben-Meter, den es nur noch zu verwandeln galt. Nur wer sollte ihn werfen, nachdem unser »Mr. Hunderprozent« Sascha schon zwei, und Elmar einen Siebenmeter verworfen hatte. Henning schnappte sich den Ball. Bekannt für seine ›experimentellen‹ Würfe bat ihn der Trainer um Disziplin beim Wurf. Was macht Henning? Einen Heber über einen Torhüter, der bestimmt über 2m groß ist. Nach etlichen Sekunden in der Luft und einer parabelförmigen Flugbahn fand der Ball den Weg ins Tor. Zum Glück, er war spielentscheidend. Hätte er nicht gepasst wäre es wohl nochmal spannend geworden — so trennten wir uns 30 : 28.

Fazit: Ein über weitere Strecken faires und offenes Spiel. Vielleicht nicht immer hübsch anzuschauen, aber etwaiges Potential ist zu erkennen. Keine Ahnung, warum wir gewonnen haben. Verdient haben wir es nach den letzten vier Wochen eigentlich nicht. Eine Niederlage hätte uns vielleicht sogar besser getan, um unserer Mannschaft die Situation zu verdeutlichen, dass man eben nicht nur zu den Spielen kommen kann. Unser nächster Gegner heißt Lichtenrade, die hätten wir mit der Leistung an dem Tag sicher nicht geschlagen. Vielleicht war die von den meisten Spielern mehr oder weniger erzwungene Pause aber auch nötig, um mal wieder richtig heiß auf Handball zu werden. Ich verabschiede mich mit einem dreifachen »EIN TEAM« und nicht vergessen: Gewinnen macht soviel mehr Spaß als zu verlieren, gerade gegen die ›großen‹ Gegner.

Frohe Ostern, Jasper

Spieler:
Elmar Jähn 7 (2), Tobi 5, Jasper und Norbert 4, Henning 3 (2), Axel 3, Beule 2 (nie wieder diese Mukke zum Warmmachen!), Sascha und Uwe je 1, Max, Martin, Loppa (TW) und Scholli (TW)

Jasper

(gelesen: 967 mal, heute: 3 mal, zuletzt: 30. Juli 10)

Ein Kommentar zu »Sieg über Kampf – BSV vs. Rotation 30 : 28«

  1. Henning hat mir gerade eine Mail geschrieben mit Korrekturen.

    Den 7m hast du doch etwas falsch wahrgenommen:
    Die Zeit stand auf 59 : 27 min
    Der Spielstand war zu diesem Augenblick: 29 : 27
    Es war also das letzte Tor für den BSV, Rotation konnte daraufhin nur noch einmal über außen treffen:
    Und die zeit war um………………
    Vorher (Ab 26 min)spielte Rotation offensive Deckung die vor allem durch Elmar überstanden wurde.
    Gruß der henne

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