Der Verein in der Berliner City-West — Spaß und Sport für Handballer zwischen 5 und 55 Jahren!
Carl Schelenz war Sportlehrer an der Hochschule für Leibesübungen in Berlin, er besuchte damals –1920 — die Leichtathleten des BSV 92 und überzeugte sie, dass Handball eine sehr gute Ergänzung zu ihrer Sportart sei, da Laufen, Springen und Werfen in einem Bewegungsablauf beim Handball notwendig ist.
Es war Georg »Jury« Rentsch, der sich damals für diesen Gedanken stark machte. Er gilt als Vater der Handball‑«Störche«. Selbstlos war er mit Rat und Tat zur Stelle, wenn die Abteilung ihn rief. Bis ins hohe Alter nahm er Anteil an den Geschehnissen und versäumte so gut wie kein Spiel seiner BSV 92-Handballer. Vom noch verbliebenen ›Handball-Häuflein‹ weiß jeder genau, wo sein Stammplatz in der Werner-Ruhemann-Halle war.

v.l.n.r.: Rentsch (Begleiter), Kühn, Noske, Hübner, Baath, Müller, Schöne, Raabe, Beyer, Bünting, Hecht, Lindner, Koege (Begleiter)
Wie schon gesagt, wurde Handball zuerst von Leichtathleten betrieben, die neben ihrem winterlichen Waldlauf zuerst Handball in der Halle spielten. Nach den vorhandenen Feldhandball-Regeln wurde dann in der kleineren Halle gespielt und die damalige taktische Abwehrkonzeption forderte die Manndeckung. So nahmen die beiden Verteidiger und der Mittelläufer die drei Stürmer damals schon oft in der Mitte ihrer Abwehrhälfte in Empfang. Dadurch kam es selten vor, dass Verteidiger in der Nähe des gegnerischen Tores auftauchten. Im Mittelpunkt jener Periode standen dann auch die gewaltigen Torwürfe der Stürmer, von denen berichtet wurde, und die Torwarte, die mit diesen Schusskanonen fertig wurden, waren gesuchte und gefeierte Leute.
Vom BSV 92 ist aus der damaligen Zeit folgende Mannschaft bekannt: Teege, Möricke, Gerhard Falk, Leinert, Girnatis, Kaundynia, Engmann, Wichert und Gerbaulet. Diese Mannschaft siegte am 21. Februar 1932 anlässlich eines Internationalen Hallenhandball-Turniers in der damaligen Tennishalle an der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf über die Elite der seinerzeit handballtreibenden Nationen.
v.l.n.r.: Thron (Begleiter), Teege, Möricke, Gerhard Falk, Leinert, Girnatis, Kaundynia, Engmann, Wichert, Gerbaulet, Rentsch (Begleiter)
Erst 1934 begann man so richtig mit dem Feldhandball-Spiel. Und als zur Olympiade 1936 Feldhandball olympische Sportart wurde, trat eine bedeutende Belebung auch auf internationaler Ebene ein. Dies war die einzige Olympiade mit Feldhandball als olympischer Disziplin, Deutschland holte Gold.
Es folgten 1938 Weltmeisterschaften im Feld‑ und Hallenhandball, beide Titel wurden ebenfalls von Deutschland gewonnen. Der Trainer der damaligen Ländermannschaft war der BSVer Kaundynia. Geilenberg, Hippler, Lirka, Teege, Kopf und Hermann sorgten dafür, dass die Länderauswahl überwiegend aus Spielern des BSV92 bestand.
Der Krieg machte im Herbst 1939 dieser hoffnungsvollen Entwicklung im Handball ein Ende.
Weiter mit dem nächsten Kapitel: »Der Wiederaufbau«
(gelesen: 919 mal, heute: 3 mal, zuletzt: 30. Juli 10)
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